Juli 2011

Juli 2011: Ausbau der Mindener Straße mit Kreisel

Wer kennt Sie nicht, die täglichen „Beinaheunfälle“ auf der Mindener Straße zwischen dem Schoellergleis und dem Ortsausgangsbereich beim Edeka Markt Kallmeyer. Die Rede ist von der Ortsdurchfahrt mitten im Geschäftsviertel von Lüstringen an der Mindener Straße. Zugeparkte Geh- und Radwege, viele brenzlige Gefahrensituationen und etliche Spiegel parkender Fahrzeuge, die „so eben“ im Vorbeifahren mitgenommen bzw. abgefahren werden.

Und dabei hat gerade der SPD-Ortsverein Lüstringen in der Vergangenheit immer wieder die Initiative ergriffen, um zu einer Verbesserung der Situation auf der Mindener Straße zu kommen. Noch zu Zeiten des Ortsrates von Darum-Gretsch-Lüstringen wurde eine Planungsgruppe zur Mindener Straße ins Leben gerufen, die viele gute Ideen entwickelte, die aber bis heute nur zum Teil umgesetzt worden sind. An der Planungsgruppe nahmen ortsansässige Einzelhändler der Mindener Straße, Vertreter des Bürgervereins und des damaligen Ortsrates teil. Diese Planungsgruppe entwickelte einen Baumbegrünungsplan für die Mindener Straße, die wieder, wie nach historischem Vorbild, zu einer Allee werden sollte. Einige Bäume wurden daraufhin tatsächlich gepflanzt, doch von einer Allee ist die Mindener Straße weit entfernt. Auch die barrierefreie Umgestaltung der Bushaltestelle Ziegeleistraße lässt noch immer auf sich warten.

Wenigstens wurde ein Teil der Überlegungen der Planungsgruppe Mindener Straße umgesetzt. Nachdem das Thema im Bürgerforum etliche Male angesprochen wurde, wurde der Ortseingangsbereich in Höhe des Ärztehauses auf Antrag der SPD-Stadtratsfraktion im Stadtentwicklungsausschuss dann doch tatsächlich verschwenkt, um die Geschwindigkeiten des Durchgangsverkehrs zu minimieren und eine Überquerungshilfe für Gehbehinderte und Rollatorfahrer zu schaffen. Die immer wieder geforderte Ampelanlage wurde zunächst zeitlich nach hinten geschoben, nachdem die CDU-Stadtratsfraktion im Stadtentwicklungsausschuss ihre Zustimmung zu einer Ampel aus Kostengründen verweigerte.

Doch was nutzen alle diese kleinen Detailverbesserungen, das eigentliche Problem bleibt ungelöst. Die Mindener Straße ist einfach zu schmal geraten, um Fußgängern, Radfahrern, parkenden Fahrzeugen und dem fließenden Verkehr genügend Raum zu geben, damit auch die Spiegel parkender Fahrzeuge nicht ständig abgefahren werden. Planungen der Stadtverwaltung für eine große Lösung gibt es allerdings schon: den Ausbau der Mindener Straße, um mehr Raum für getrennte Fuß- und Radwege sowie Parkstreifen und Fahrbahnen für den fließenden Verkehr zu erhalten. Um die Verkehrsflächen zu verbreitern ist allerdings zusätzlicher Grunderwerb notwendig. Auch die Kreuzung am Schoellergleis Mindener Straße, Burg Gretesch, Stadtweg und Lassallestraße soll nach den Planungen in einen leistungsfähigen Kreisverkehr umgebaut werden. Im Haushalt der Stadt stehen dafür an Investitionsmitteln 2 Mio. € zur Verfügung. Allerdings nur 100.000,- € für 2013, 900.000,- € für 2014 und 1 Mio. € für 2015.

Der endgültige Ausbau der Mindener Straße wird aufgrund der finanziellen Situation der Stadt Osnabrück also noch ein paar Jahre auf sich warten lassen. Diese große Lösung ist nach Auffassung der SPD Stadtratsfraktion allerdings die einzig wirkungsvolle Alternative, um alle geschilderten Verkehrsprobleme in den Griff zu bekommen. Ein Wehrmutstropfen bleibt allerdings für die Anlieger der Mindener Straße insbesondere die Geschäftsanlieger: sollte die Stadt Osnabrück die im Investitionshaushalt für die Jahre 2013 bis 2015 veranschlagten Ausbaukosten von 2 Mio. € tatsächlich in Angriff nehmen, werden diese über Anliegerbeiträge auf die beteiligten Straßenanlieger (Eigentümer der Wohn- und Geschäftshäuser an der Mindener Straße) zumindest teilweise umgelegt. Allerdings erst nach Baufertigstellung und die dürfte frühestens im Jahre 2016 erfolgen.