3. September 2026

Zum Mietenreport 2026

Eine Pressemitteilung der SPD Osnabrück

Der heute veröffentlichte Mietenreport 2026 des Deutschen Mieterbundes bestätigt, was wir in Osnabrück täglich erleben: Die Wohnungskrise wird zur Sozialkrise. Die SPD Osnabrück fordert ein sofortiges Handeln, um Mieter:innen vor Verdrängung zu schützen und den dramatischen Mangel an bezahlbarem Wohnraum zu beheben.

Ängste der Mieter:innen vor hohen Kosten und Wohnungsverlust

Der Mietenreport 2026 zeigt bundesweit, dass fast ein Drittel der Mieter:innen Angst hat, sich die Miete zukünftig nicht mehr leisten zu können. Jeder zweite Mieter fürchtet, keine bezahlbare Wohnung zu finden. In Osnabrück liegen die durchschnittlichen Mieten bereits bei über 11,50 Euro pro Quadratmeter. Ein Niveau, das für viele Haushalte mit mittleren und niedrigen Einkommen nicht tragbar ist. Die Folgen sind drastisch: Menschen sparen an anderen Lebensbereichen, um die Miete zahlen zu können, bei Ernährung, Gesundheit, Bildung oder Freizeit. Die Zahl der Wohnungsnotfälle in Osnabrück hat sich seit 2015 vervierfacht: Von 119 auf 547 Menschen im Jahr 2025. Dies ist kein abstraktes Problem, sondern betrifft Familien, Alleinerziehende, Senior:innen und junge Menschen direkt in unserer Stadt.

8.000 Wohnungen fehlen – städtische Wohnungsgesellschaft muss ausgebaut werden

Osnabrück braucht bis 2040 rund 8.000 neue Wohnungen, um den Bedarf zu decken – so das Wohnraumversorgungskonzept der Stadt. Der bestehende Sozialwohnungsbestand ist auf ein Rekordtief gesunken, während gleichzeitig jährlich Wohnungen aus der Mietpreisbindung fallen. Die SPD Osnabrück setzt daher auf den konsequenten Ausbau der städtischen Wohnungsgesellschaft „Wohnen in Osnabrück“ (WiO). Nach Stadtratsbeschluss soll die WiO bis 2030 bereits 1.000 neue Wohnungen errichten. SPD-Oberbürgermeisterkandidat Robert Alferink hat vorgerechnet, dass eine weitere Kapitalausstattung der WiO es ermöglichen würde, bis 2040 sogar 3.500 Wohnungen zu bauen. Alle mietpreisgebunden und damit dauerhaft bezahlbar. Dies würde die Stadt zwar mit bis zu 50 Millionen Euro belasten, wäre aber eine notwendige Investition in den sozialen Frieden und die Zukunftsfähigkeit Osnabrücks. Nur eine starke, kommunale Wohnungsgesellschaft kann garantieren, dass Wohnungen nicht Renditeobjekten, sondern Menschen dienen. Private Investoren allein werden den Mangel nicht beheben, sie bauen vorrangig für einkommensstarke Schichten.

Kompetenz der SPD-Ratsfraktion in der Wohnungspolitik

Die SPD-Ratsfraktion Osnabrück hat sich in den vergangenen Jahren als treibende Kraft für bezahlbaren Wohnraum positioniert. Gemeinsam mit Grünen und Linken hat die SPD-Fraktion Initiativen für den Ausbau der WiO und die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum eingebracht. Ihre Forderungen nach einer Stärkung des öffentlichen Wohnungsbaus und nach verbindlichen Quoten für bezahlbare Wohnungen in neuen Bauprojekten sind heute aktueller denn je.

„Wir haben früh erkannt, dass die Wohnungskrise nur durch eine Kombination aus Neubau, Mietpreisregulierung und dem Schutz bestehender Mieter:innen gelöst werden kann. Die SPD steht für eine Wohnungspolitik, die soziale Gerechtigkeit in den Mittelpunkt stellt.“, so Robert Alferink, Vorsitzender der SPD Osnabrück.

Forderungen der SPD Osnabrück

  • Sofortige Kapitalaufstockung der WiO, um den Bau von mindestens 3.500 mietpreisgebundenen Wohnungen bis 2040 zu ermöglichen.
  • Verbindliche Sozialwohnungsquoten bei allen städtischen Bauprojekten und beim Verkauf von Bauland.
  • Schutz der Mieter:innen vor überhöhten Mieten durch verstärkte Kontrollen und eine Stärkung der Mietpreisprüfung.
  • Förderung von Genossenschaften und gemeinwohlorientierten Trägermodellen als Alternative zu renditeorientierten Wohnungsunternehmen.

Die SPD Osnabrück wird sich weiterhin mit aller Kraft dafür einsetzen, dass Wohnen in unserer Stadt für alle bezahlbar bleibt. Wohnen ist ein Menschenrecht und kein Luxusgut!

Bei der Besichtigung der WiO-Projekte in Osnabrück. Zu sehen sind von links nach rechts: Bernd Wortmeyer (Geschäftsführer der WiO), Robert Alferink (Vorsitzender der SPD Osnabrück und Oberbürgermeisterkandidat), Daniel Waschow (Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Osnabrück), Grant Hendrik Tonne (Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Verkehr und Bauen), Frank Henning (Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Osnabrück-Ost) und Susanne Hambürger dos Reis (Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion und Vorsitzende des Aufsichtsrates der WiO). Gemeinsam besichtigten sie die aktuellen Wohnungsbauprojekte der WiO an der Quebecallee und informierten sich vor Ort über die dort entstehenden Wohnungen. Im anschließenden Austausch ging es insbesondere um die weitere Entwicklung und Zukunft der WiO sowie um die Frage, welchen Beitrag die kommunale Wohnungsgesellschaft künftig zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in Osnabrück leisten kann und muss. (Foto: Daniel Becker)