19. September 2019

Zu Besuch beim Osnabrücker DFKI-Standort und dem Institut für Islamische Theologie

Forschung und Lehre in Osnabrück

Gemeinsam mit dem Präsidenten der Osnabrücker Universität, Prof. Dr. Wolfgang Lücke, besuchten die SPD-Landtagsabgeordneten Dr. Silke Lesemann, Dr. Thela Wernstedt und Frank Henning den Osnabrücker Standort des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) im Wissenschaftspark und das Institut für Islamische Theologie (IIT) der Osnabrücker Universität.

Erst in der vergangenen Woche standen die Künstliche Intelligenz und ihre Förderung erneut auf der Tagesordnung des Niedersächsischen Landtags. Dass der Osnabrücker DFKI-Standort, der seit 2011 in Osnabrück existiert und seit 2015 im Wissenschaftspark angesiedelt ist, gut aufgestellt ist, stellten Prof. Dr. Lücke und Standortsprecher des DFKI in Osnabrück, Prof. Dr. Hertzberg, im gemeinsamen Gespräch mit den Abgeordneten dar.

Zu Besuch beim DFKI. V.l.n.r.: Prof. Dr. Wolfgang Lücke, MdL Dr. Silke Lesemann, MdL Dr. Thela Wernstedt, MdL Frank Henning, Prof. Dr. Joachim Hertzberg, zusammen mit dem Experimentierroboter TIAGo des DFKI.

Zu Besuch beim DFKI. V.l.n.r.: Prof. Dr. Wolfgang Lücke, MdL Dr. Silke Lesemann, MdL Dr. Thela Wernstedt, MdL Frank Henning, Prof. Dr. Joachim Hertzberg, zusammen mit dem Experimentierroboter TIAGo des DFKI.

Ein Schwerpunkt des Osnabrücker DFKI-Standortes liegt auf planbasierter Robotersteuerung. Dabei spielt besonders die Landwirtschaft eine wichtige Rolle: „Osnabrück ist ein bundesweit einzigartiger Standort für Agrarrobotik“, wie Prof. Dr. Hertzberg betonte. In der Region Osnabrück gibt es viele exportstarke, lokale Agrartechnik-Firmen, mit denen das DFKI zusammenarbeitet.

Die KI-Forschung erlangt eine immer größere Bedeutung, auch im medizinischen Bereich bei der Diagnostik, wie die Abgeordnete Dr. Thela Wernstedt, die von Beruf selbst Ärztin ist, hervorhob. Durch den Einfluss der künstlichen Intelligenz auf die Lebenswelt ist die KI-Forschung kein rein technisches, akademisches Thema mehr, sondern ist auf gesellschaftliche Akzeptanz angewiesen. „Dadurch ergeben sich zwangsläufig Fragen, die über den rein technischen Aspekt hinausgehen, wie ethische Fragen, rechtliche Regelungen und Datensicherheit“, betonte Dr. Silke Lesemann, Sprecherin für Wissenschaft und Kultur der SPD-Landtagsfraktion. Wichtig sei daher, diese Forschungsfragen weiter in den Fokus zu rücken.

Der Osnabrücker Abgeordnete Frank Henning begrüßt insbesondere, dass das DFKI im umgestalteten Ringlokschuppen am Osnabrücker Hauptbahnhof Ankermieter werden will. Auf dem Areal des Ringlokschuppens soll in den nächsten Jahren ein Gründerzentrum für Hightech und Wissenschaft entstehen. „Dies ist eine riesige Chance für Start-Ups und für die Forschung im KI-Bereich“, hob Frank Henning hervor. „Es war eine sehr gute Entscheidung, das Vorkaufsrecht für das Ringlokschuppen-Areal zu nutzen.“

Zu Besuch beim IIT. V.l.n.r.: Post-Doc Deniz Greschner, MdL Dr. Silke Lesemann, MdL Frank Henning, Prof. Dr. Bülent Uçar, MdL Dr. Thela Wernstedt und Prof. Dr. Wolfgang Lücke

Zu Besuch beim IIT. V.l.n.r.: Post-Doc Deniz Greschner, MdL Dr. Silke Lesemann, MdL Frank Henning, Prof. Dr. Bülent Uçar, MdL Dr. Thela Wernstedt und Prof. Dr. Wolfgang Lücke

Beim anschließenden Besuch des Instituts für Islamische Theologie (IIT) der Universität Osnabrück besprachen die Abgeordneten gemeinsam mit dem Institutsleiter Professor Dr. Bülent Uçar und Post-Doc Deniz Greschner ein Problem, das auch das DFKI betrifft: Die große Konkurrenz in Bezug auf die Fachkräfte-Gewinnung. Durch an mehreren Standorten neu entstehende Institute für Islamische Theologie wird es für das Osnabrücker IIT zunehmend schwieriger, Fachkräfte anzuwerben. Der Osnabrücker Standort kann aber trotz des Konkurrenzdrucks mit seiner guten Verankerung und der langjährigen Etablierung punkten. Das IIT ist dadurch gut vernetzt und genießt ein hohes Vertrauen bei den unterschiedlichen Akteuren und Verbänden.

Im Gespräch mit der Institutsleitung tauschten sich die Abgeordneten auch über die Imamausbildung in Osnabrück aus. Aufgrund der Vorbehalte der Verbände haben es in Osnabrück ausgebildete Imame schwer, in den Gemeinden Fuß zu fassen. Es sei daher wichtig, hier ein Modell zu entwickeln, mit dem die in Osnabrück eigenständig und unabhängig ausgebildeten Imame eine dauerhafte berufliche Perspektive bekommen können.

Ein neues Forschungsprojekt am IIT ist die Soziale Arbeit im Rahmen der muslimischen Wohlfahrtspflege. Professor Dr. Uçar und Deniz Greschner stellten dieses interdisziplinäre Projekt zur professionalisierten muslimischen Seelsorge vor. Neben den religiösen Wohlfahrtsverbänden Caritas, der Diakonie und der jüdischen Zentralwohlfahrtsstelle fehlt bisher ein muslimischer Wohlfahrtsverband. Dieser soll eine Lücke schließen, um Menschen zu erreichen, die von den bisher vorhandenen Angeboten nicht angesprochen werden, sei es in der Altenpflege oder auch in der Jugendarbeit.