2. Etappe: Über Voxtrup zum Hauptbahnhof

Heute geht es schnurstracks zu jenem Stadtteil, mit dem ich mich seit meiner Heirat mit einer „Ur-Voxtruperin“ ebenfalls familiär sehr verwurzelt fühle: nach Voxtrup. Meine Fahrt beginnt deshalb in einer besonderen Gegend des Ortsteils.

Stein-Duestrup
 

Düstrup
Ich durchquere zunächst die idyllische alte Bauerschaft Düstrup und fahre durch ein Wasserschutzgebiet, das sehr wesentlich zur guten Wasserqualität in unserer Stadt beiträgt. Ein bemerkenswerter Gedenkstein am Wege mit der entsprechenden Beschriftung erinnert daran, dass die Düstruper durchaus etwas Eigenes innerhalb Voxtrups darstellen.

 
Stein-Voxtrup
 

Voxtruper Stein
Unverkennbar danach ist ein weiterer, durchaus größerer und mit reichlich Blumenschmuck versehener Gedenkstein. „Voxtrup“ steht darauf und erinnert alle daran, dass dieser Ortsteil (wie mein eigener) erst seit 1972 zu Osnabrück gehört.
Bewusst nehme ich nun die Hannoversche Straße unter die Räder. Die Fahrt durch den Fledder ist alles andere als erholsam, aber eindrucksvoll. Zahllose Betriebe und viele transportierende LKW machen hier deutlich, welch unverzichtbare Gewerbeflächen wichtige Betriebe mit guten Arbeitsplätzen vorhalten.

 
VW-Turm
 

VW
Der wohl bedeutendste Betrieb ist heute VW, dessen Firmen-Logo da prangt, wo einst der legendäre Karmann-Turm den Schriftzug dieses alten Osnabrücker Unternehmens trug. Während ich ein Foto vom jetzigen „VW-Turm“ mache, denke ich kurz an den mühevollen Einsatz von Gewerkschaften, Kommunal-, Landes- und Bundespolitikern, die mit der Übernahme des Betriebsgeländes durch VW ihren guten Ausgang nahm. Leider konnten aber bei weitem nicht alle verdienten alten „Karmänner und -frauen“ ihren Arbeitsplatz behalten und bedürfen, soweit sie noch immer arbeitslos sind, unserer Solidarität.

 

Auf Nebenstraßen fahre ich das Werksgelände großräumig ab, nehme am Rande das ebenfalls noch beachtlich große Werksgelände der alten Firma Klöckner wahr, bin irgendwann auf dem riesigen Areal des sogenannten Güterbahnhofs-Geländes – und betrete eine ganz andere Welt.

Schild-Stattstaat
 

Stattstaat Petersburg
Gleich zu Anfang lichte ich ein bemerkenswertes Schild ab, auf dem – beinahe wie auf einem Ortseingangsschild – „STATTSTAAT Petersburg. Alternatives Viertel“ steht. Natürlich weiß ich, dass dies symbolisch und keinesfalls „Stadt-feindlich“ gemeint ist.

 
Gueterbahnhof
 

Aber das Schild drückt den sehr ernst zu nehmenden Wunsch vieler Hundert Osnabrücker Kreativ-Künstler aus, sich auf diesem Gelände mit seinen ehemaligen Bundesbahn-Gebäuden zu entfalten.

 
Garten-Petersburg
 

Bereits wenige Gespräche mit Nutzern der Räumlichkeiten – von Musikmachern über Theaterleuten bis zu bildenden Künstlern – machen mir einmal mehr deutlich, welches fantasiereiche und damit schöpferische Potenzial aktiver junger Leute hier für unsere Stadtentwicklung vorhanden ist.

 
Hasepark
 

Hasepark
Ein kurzer Abstecher führt mich zu einem Gelände, das die alten Osnabrücker noch als Fläche des „Stahlwerks“ kennen, heute der Firma Doblinger gehört und unbeirrt entwicklungsbedürftig ist: Hier haben sich einerseits so manche Betriebe mit viel Zukunftspotenzial niedergelassen. Aber ausbaufähig ist dieses „Gewerbegebiet Hasetal“ allemal. Denn solch ein attraktives Gewerbegebiet, überdies von der Hase, viel Grün und einem schönen Radweg durchzogen, sollte alle Zukunftschancen für viele neue Arbeitsplätze haben.